Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Status

 

Die Öresundregion 10 Jahre nach Einweihung der Öresundbrücke

2010 ist es zehn Jahre her, dass die feste Querung über den Öresund eingeweiht wurde. Zehn Jahre, in denen sich die Öresundregion durch eine fortlaufende Integration ausgezeichnet hat, die jedes Jahr an Kraft gewonnen hat und Bereiche wie Tourismus, Wirtschaftskooperation, Ausbildung und nicht zuletzt den Wohnungs- und Arbeitsmarkt betrifft. Die Einwohner der Region finden in zunehmendem Maße den Weg über die Öresundbrücke - zum Arbeiten, Erforschen und Erleben. Viele Bürger nehmen die Möglichkeit wahr, auf der anderen Seite des Öresunds einzukaufen und Kultur zu erleben. Die letzten zehn Jahre haben darüber hinaus gezeigt, dass viele Menschen auf der einen Seite der Meerenge wohnen und auf der anderen arbeiten möchten.

Die Entwicklung seit 2000

Nach einigen wirtschaftlich eher gedämpften Jahren zu Beginn des neuen Jahrtausends erlebte die Öresundregion zwischen 2003 und 2006 eine kräftige Konjunkturerholung. Der Wirtschaftsboom umfasste den dänischen ebenso wie den schwedischen Teil der Öresundregion, was zu einem verstärkten Pendlerverkehr zwischen den Wohn- und Arbeitsplätzen führte. Viele Dänen profitierten von den niedrigeren Wohnungspreisen im schwedischen Teil der Region und pendelten zu ihren gut bezahlten Jobs in Kopenhagen. Zudem fanden viele Schweden Arbeit im dänischen Teil der Öresundregion. 13.000 Personen sind dauerhaft von Öresund DK nach Öresund SE umgezogen. Als diese Migrationswelle 2006 und 2007 ihren Höhepunkt erreichte, zogen jedes Jahr 4.000 Personen von der dänischen auf die schwedische Seite der Region, während ca. 1.500 Personen in Gegenrichtung umsiedelten.

Dies bedeutet, dass die Zahl der Pendler stark angestiegen ist. Die Zahl der täglichen Wohn- und Berufspendler über den Öresund ist von weniger als 3.000 Personen vor Eröffnung der Öresundbrücke bis auf ca. 20.000 im Jahre 2009 angestiegen. Nicht weniger als 97 % dieser Pendler wohnen in Schweden und arbeiten in Dänemark. Auch der Verkehr über den Öresund hat ein kräftiges Wachstum verzeichnet. In den neunziger Jahren wurde der Öresund jedes Jahr von zwei bis drei Millionen Fahrzeugen überquert. 2009 war die Zahl der Fahrzeuge bis auf 9,3 Millionen angewachsen, während der Öresund per Bus, Bahn oder Fähre von insgesamt 35,6 Millionen Reisenden passiert wurde.

Wirtschaftsflaute

Im Laufe des Jahres 2008 machte sich ein deutlicher Konjunkturrückgang bemerkbar, vor allem auf der dänischen Seite des Öresunds. Die Ursache war eine Kombination aus sinkender Nachfrage und zunehmendem Arbeitskräftemangel, wodurch das wirtschaftliche Wachstum in enge Grenzen verwiesen wurde. Auch wurde im Verlauf des Jahres 2008 die internationale Konjunkturkrise deutlich, wobei sich der Konjunkturrückgang 2009 noch verstärkte. Im Anschluss an die internationale Finanzkrise hat sich die Entwicklung auch in der Öresundregion stark abgeschwächt. Verschiedene Wirtschaftsprognosen gehen aber davon aus, dass die Weltwirtschaft sich im Verlauf des Jahres 2010 langsam erholen wird. Dennoch bleibt festzuhalten, dass sich die wirtschaftliche Situation nur sehr schwer einschätzen lässt.

Der Konjunkturrückgang wirkt sich auf verschiedene, im Bericht TendenzÖresund 2010 behandelte Bereiche aus. Betroffen sind beispielsweise wie der Arbeits- und Wohnungsmarkt, was Auswirkungen auf Migration und Pendlerverkehr über den Öresund hat. Die Wirtschaftsflaute hat allerdings noch nicht in allen Bereichen voll auf die Statistik durchgeschlagen, da die Veröffentlichung vieler statistischer Daten mit einer gewissen Zeitverzögerung erfolgt. Nach einem Zeitraum mit rekordniedriger Arbeitslosigkeit in den Jahren 2006 bis 2008 ist die Zahl der Arbeitssuchenden in der Öresundregion inzwischen wieder gestiegen. Die Bevölkerungsströme über den Öresund sind der Preisentwicklung auf den beiden Seiten des Öresunds gefolgt: Nach einer Reihe von Jahren mit kräftig steigender Bevölkerungsbewegung von Öresund DK nach Öresund SE sind viele Dänen inzwischen wieder zurückgekehrt, während Schweden sich zunehmend im dänischen Teil der Region ansiedeln. Allerdings gibt es weiterhin einen geringen Nettoüberschuss aus dem dänischen in den schwedischen Teil der Region.

Die Öresundregion im internationalen Wettbewerb

Die Öresundregion ist in vielen Bereichen eine ausgesprochen konkurrenzfähige Region. So vereint sie auf sich 26 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Dänemark und Schweden. Jeder dritte Einwohner der Öresundregion zwischen 25 und 64 Jahren besitzt eine Hochschulausbildung. Dies liegt über dem Landesdurchschnitt von Schweden wie von Dänemark. Im internationalen Vergleich verfügt die Region über gut ausgebildete Arbeitskräfte, wobei es diesbezüglich in Zukunft aber zu Engpässen kommen kann.

In der Region werden ca. 3,9 % des regionalen BIP für Forschung und Entwicklung ausgegeben, was über der Quote in Regionen wie Berlin und Wien, aber unter der einer Region wie Stockholm liegt.
Ebenso liegt das wirtschaftliche Wachstum in der Öresundregion deutlich unter dem von Regionen wie Stockholm und Helsinki, also Regionen, mit denen die Öresundregion normalerweise verglichen wird und mit denen sie zunehmend konkurriert. Auch hinsichtlich der Produktivitätsentwicklung hinkt die Öresundregion den beiden anderen Ballungsgebieten hinterher.

Eine weitere Zukunftsaufgabe wird die Bereitstellung einer guten Infrastruktur und Mobilität sein, innerregional genauso wie bezüglich der Verkehrserschließung. Die internationale Anbindung der Öresundregion ist in hohem Maße abhängig vom einzigen internationalen Flughafen der Region, dem Flughafen Kopenhagen in Kastrup.

Die Zukunft

Zehn Jahre nach Einweihung der Öresundbrücke steht die Öresundregion im Zeichen einer verstärkten Integration. Eine Integration, die durch die Wirtschaftsflaute möglicherweise vorübergehend ein wenig gebremst wird, auf längere Sicht aber eine Aufwärtstrend verfolgen wird.
Integration ist eine Notwendigkeit, wenn die Öresundregion auf internationaler Ebene auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben soll.







Artikelaktionen