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Der Arbeitsmarkt in der Öresundregion

Arbeitsmarktstatistik – Fakten und Probleme

Die registerbasierte Arbeitsmarktstatistik von Ørestat basiert auf der staatlichen registerbasierten Arbeitsmarktstatistik (RAS: Danmarks Statistik (Dänemarks Statistik), DSt; RAMS: Statistiska Centralbyrån, SCB, Schwedisches Statistisches Zentralamt). Die Bevölkerung in RAS entspricht den amtlich gemeldeten Personen in Dänemark am 1. Januar des jeweiligen Jahres. In RAMS sind die in Schweden am 31. Dezember amtlich gemeldeten Personen registriert. Daher sind in Dänemark und Schweden die Statistiken mit verschiedenen Jahresangaben versehen. Die letzten in Ørestat verwendeten Versionen sind RAS 2009 und RAMS 2008. In der Öresundstatistik wurde RAS an RAMS angepasst, d. h. dass die für den dänischen Teil wiedergegebenen Zahlen im Vergleich zur offiziellen dänischen Statistik um ein Jahr verschoben sind.

RAS/RAMS schließt Grenzgänger von der Arbeitskraft aus, d. h. die Zahlen der erwerbstätigen Personen ist in der registerbasierten Arbeitsmarktstatistik irreführend. Die letzten offiziellen Angaben zu den Grenzgängern stammen aus dem Jahr 2008, wo 19.100 Arbeitnehmer aus dem schwedischen Schonen nach Dänemark pendelten. Diese Öresundpendler wurden bei der von SCB wiedergegebenen Beschäftigungslage nach Bevölkerung am Wohnort (Nachtbevölkerung) für Schonen nicht berücksichtigt. Ebenso fehlen sie in der dänischen Arbeitsmarktstatistik, wenn DSt die Zahl der Erwerbstätigen nach Bevölkerung am Arbeitsplatz (Tagbevölkerung) ermittelt. Auch die rund 700 Grenzgänger, die von Dänemark nach Schweden pendeln, werden nicht als Erwerbstätige in den dänischen und schwedischen Arbeitsmarktstatistiken aufgeführt.

Da die aktuelle Konjunktursituation – kräftiger Fall seit Herbst 2008 sowie eine deutlich spürbare Erholung hauptsächlich im schwedischen Schonen im Jahr 2010 – nicht in der registerbasierten Statistik berücksichtigt ist, wird die Situationsbeschreibung mit aktuellen Angaben von den dänischen und schwedischen Arbeitskraftuntersuchungen (AKU) ergänzt. AKU ist eine auf Umfragen basierende Erhebung und daher nur in begrenztem Umfang auf eine regionale Ebene übertragbar. Ørestats Datenbank zeigt harmonisierte AKU-Daten.

Ein anderes und sehr erschwerendes Problem ist, dass die Arbeitslosenstatistiken in den regionalen und staatlichen Berichten nicht miteinander vergleichbar sind. Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die schwedische AKU als offizielle Arbeitsmarktstatistik gilt, jedoch nicht die dänische. Des weiteren ist es unmöglich, die dänische registerbasierte Arbeitslosigkeit mit den entsprechenden Registern in Europa zu vergleichen, da die dänische Definition auf einem Durchschnittswert der in Stunden gerechneten registrierten Arbeitslosigkeit basiert. Statt dessen wird in der Datenbank von Ørestat eine neue – harmonisierte – Arbeitslosenstatistik verwendet (siehe unten).

 

Die Erwerbstätigkeit

Im Jahr 2000 wurde die Öresundbrücke eingeweiht. Seitdem ist die Zahl der Erwerbstätigen in der gesamten Öresundregion trotz des Konjunkturrückgangs in den Jahren 2002-2004 und dem dramatischen Einbruch in den Herbstmonaten 2008 und 2009 deutlich gestiegen. Aber die Statistik auf beiden Seiten des Öresunds kann nur schwer die Entwicklung des Arbeitsmarktes in seiner Gesamtheit wiedergeben, da die aktuelle Version der registerbasierten Arbeitsmarktstatistik von Ørestat aus dem Jahre 2008 stammt. Daher wird die aktuelle Entwicklung mit Zahlen von AKU ergänzt.

Entwicklung der Erwerbstätigkeit (RAS/RAMS). 2003-2008
Entwicklung der Erwerbstätigkeit (RAS/RAMS). 2003-2008
Quelle: Örestat
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2008 betrug die Anzahl der erwerbstätigen Personen laut der registerbasierten Arbeitsmarktstatistik nahezu 1,83 Millionen; dazu kommen 19.800 Grenzgänger über den Öresund, die nicht in der registerbasierten Arbeitsmarktstatistik berücksichtigt sind . 19.100 Pendler reisten dabei vom schwedischen Schonen nach Seeland zu ihrer Arbeit, 700 in die umgekehrte Richtung. 70 Prozent der Erwerbstätigen in der Region – das entspricht 1,29 Millionen Personen – lebten auf der dänischen Seite und 30 Prozent oder knapp 0,55 Millionen auf der schwedischen Seite der Öresundregion.
In den Jahren 2003 bis 2008 stieg die Zahl der Beschäftigten sukzessiv um 107.900 Personen oder 6,3 Prozent. Dieser Zeitraum ist außerdem gekennzeichnet von einer hohen Ausnutzung der Kapazitäten und einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Eine deutliche Trendwende ist für das Jahr 2008 zu verzeichnen, in dem die bedrohliche wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Öresundregion insgesamt überschattet.
Ähnlich wie bei der Bevölkerungsentwicklung lässt sich Entwicklung der Erwerbstätigkeit feststellen, dass die größte Zunahme auf der schwedischen Seite in Schonen stattfand. Hier ist die Zahl der Erwerbstätigen um 9,8 Prozent oder 48.800 Personen gestiegen. Auf der dänischen Seite der Region ist ein Zuwachs von 4,8 Prozent oder 59.000 Personen zu verzeichnen.
Die Trendwende und die nachfolgende krisenhafte wirtschaftliche Entwicklung werden in den Zahlen von AKU deutlich. Bis einschließlich drittes Quartal 2008 ist ein deutlicher Zuwachs bei den Erwerbstätigen für die gesamte Öresundregion zu verzeichnen. Danach trat ein kräftiger Rückgang in der Entwicklung für die gesamte Region ein. Die letzten – harmonisierten – AKU-Zahlen für das vierte Quartal 2010 deuten jedoch auf eine erstaunliche Erholung bei den Zahlen der Erwerbstätigen für das Jahr 2010 auf der schwedischen Seite der Öresundregion hin, während die Entwicklung auf der dänischen Seite weiter stagniert.
Die positive Entwicklung bis 2008 hat dafür gesorgt, dass Jugendliche und auch marginalisierte Gruppen von Arbeitsuchenden (Ausländer, behinderte Menschen) eine größere Chance bekommen haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Auch ältere Arbeitsuchende haben einen größeren Anreiz erhalten, dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung zu stehen.
In den Altersgruppen 60-64 Jahre war der Zuwachs an Erwerbstätigen außerordentlich groß – 38.900 Personen oder 43,8 Prozent für die Jahre 2003 bis 2008. Die Anzahl der Erwerbstätigen in den Altersgruppen 16-19 und 20-24 Jahre ist in diesem Zeitraum auf 49.300 oder 24,3 Prozent angewachsen, andere Altersgruppen zeigen jedoch eine unterschiedliche Entwicklung auf. Dieses uneinheitliche Bild ist mit der zugrunde liegenden demografischen Entwicklung zu erklären. Die Zahl der Personen in den Altersgruppen 16-24 Jahren, 40-49 Jahren sowie 60-64 Jahren ist gestiegen, während der Anteil der übrigen Altersgruppen für diesen Zeitraum rückgängig ist.

Erwerbstätigkeit nach Alter Veränderung 2003-2008
Erwerbstätigkeit nach Alter Veränderung 2003-2008
Quelle: Örestat
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Der Beschäftigungsgrad

Ein wichtiger sozioökonomischer Indikator ist die Erwerbsfrequenz oder der Beschäftigungsgrad der Bevölkerung - d. h. der Teil der Bevölkerung, der einer Arbeit nachgeht. Die registerbasierte Arbeitsmarktstatistik für das Basisjahr 2003 zeigt, dass 72,4 Prozent der Bevölkerung im Alter von 16-64 Jahren in der Öresundregion insgesamt erwerbstätig waren. Fünf Jahre später und nach einem kräftigen Beschäftigungsaufschwung zwischen 2003 und 2008 lag die Quote bei 74,2 Prozent – die Grenzgänger über den Öresund nicht mitgerechnet.

Die Statistik zeigt jedoch einen deutlichen Unterschied zwischen dem dänischen und schwedischen Teil der Öresundregion. Für 2008 wir der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung im Alter von 16-64 Jahren auf 77,1 für Seeland, Dänemark, und auf 68,1 Prozent in Schonen, Schweden, berechnet. Vor allem ist der Beschäftigungsgrad in den jüngeren Altersgruppen deutlich höher im dänischen als im schwedischen Teil der Öresundregion. So unterscheidet sich der Beschäftigungsgrad in der Altersgruppe 16-19 Jahre zwischen Seeland und Schonen um 59,5 Prozent (76,6 Prozent in Seeland bzw. 17,1 Prozent in Schonen) und der Beschäftigungsgrad in der Altersgruppe 20-24 Jahre um 20,6 Prozent (72,0 Prozent in Seeland bzw. 52,6 Prozent in Schonen). Dies beruht u.a. darauf, dass Dänemark auf das Lehrlingssystem bei der Berufsausbildung gesetzt hat und Lehrlinge in der Statistik als Erwerbstätige aufgeführt werden.
 

Erwerbstätigkeitsquote nach Alter 2008
Erwerbstätigkeitsquote nach Alter 2008
Quelle: Örestat
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Die Altersgruppe 60-64 Jahr ist dagegen in höherem Grade im schwedischen Schonen als in Dänemark auf dem Arbeitsmarkt aktiv (54,7 Prozent gegenüber 38,5 Prozent), was mit dem dänischen „Vorruhestandssystem“ zu erklären ist, das Arbeitnehmern, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, die Möglichkeit gibt, sich aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen.

Grenzgänger über den Öresund – oder was bedeutet ein Fehler von 19.800 in der Beschäftigungsstatistik?

Ergänzt man die registerbasierte Arbeitsmarktstatistik mit den Grenzgängern über den Öresund, beträgt die Anzahl der Erwerbstätigen in der gesamten Öresundregion 1,85 Millionen Beschäftigte für das Jahr 2008 (Nachtbevölkerung). Das schwedische Schonen hatte 564.900 Erwerbstätige, davon 19.100 Grenzgänger oder 3,4 Prozent von Schonen nach Dänemark. Malmö hatte mit 11.300 Öresundpendlern oder 8,4 Prozent aller Erwerbstätigen den bei weitem größten Anteil an Grenzgängern nach Dänemark. Die Zahl der Grenzgänger wächst mit jedem Jahr. Laut Schätzungen der Arbeitsvermittlung hat im Jahre 2009 die Zahl der Grenzgänger in ost-westlicher Richtung trotz eines Beschäftigungsrückgangs die Zahl 20.000 überschritten. In die andere Richtung liegt die Zahl mehr oder weniger konstant bei 700 Grenzgängern. 
Das Problem ist, dass jene, die zur Arbeit nach Dänemark pendeln, nicht in der Erwerbstätigenstatistik erscheinen, was zu einer wachsenden Dunkelziffer in Malmö und Schonen führt. Schonen hat eine relativ niedrige Erwerbstätigenquote. In den Altersstufen laut offizieller Statistik 16-64 Jahre waren 68,1 Prozent erwerbstätig. Da jedoch die Grenzgänger über den Öresund nicht miteinbezogen werden, wird der Beschäftigungsgrad um 2,5 Prozent unterschätzt. In Malmö waren lediglich 60,2 Prozent der Bevölkerung erwerbstätig. Rechnet man die Zahl der Grenzgänger über den Öresund hinzu, würde der Beschäftigungsgrad um 5,9 Prozent auf 66,1 Prozent steigen.
Entsprechendes gilt für die dänische Seite der Öresundregion: Vor allem im Ballungsraum Kopenhagen wird die Anzahl der Erwerbstätigen mit einem Arbeitsplatz in der Region (Tagbevölkerung) unterschätzt, was unter anderem zu irreführenden Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Versorgung der Region mit Arbeitskräften führt.

Die Entwicklung in den Jahren 2008 und 2009

 

Entwicklung der Erwerbstätigkeit (AKU). Trendwerte 2007 Q. 4 – 2010 Q. 4
Entwicklung der Erwerbstätigkeit (AKU). Trendwerte 2007 Q. 4 – 2010 Q. 4
Quelle: Örestat
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Ørestats aktuelle Version der registerbasierten Arbeitsmarktstatistik stammt aus dem Jahr 2008. Das bedeutet, dass die registerbasierte Arbeitsmarktstatistik die Trendwende in der Beschäftigungsentwicklung lediglich andeutet und nicht die dramatische Entwicklung, die den Arbeitsmarkt in der Öresundregion im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Krise im Herbst 2008 insgesamt im Jahre 2009 widerspiegelt. Daher werden die  hier angeführten Zahlen mit aktuellen Angaben von der dänischen und schwedischen Arbeitskraftuntersuchung (AKU) ergänzt. AKU ist eine auf Umfragen basierende Erhebung und daher nur in begrenztem Umfang auf regionaler Ebene übertragbar.
Laut AKU ist im Jahre 2009 ein deutlicher Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen, der den gesamten Arbeitsmarkt in der Öresundregion als Folge der Finanzkrise im Herbst 2008 betraf (s. Diagramm 4). Die letzten – harmonisierten – AKU-Zahlen für das vierte Quartal 2010 deuten jedoch auf eine erstaunliche Erholung bei den Zahlen der Erwerbstätigen für das Jahr 2010 auf der schwedischen Seite der Öresundregion hin, während sich der Trend, wenn auch in langsamerem Takt, auf der dänischen Seite fortsetzt.

Die Arbeitslosigkeit

Die harmonisierte Arbeitslosenstatistik
Ørestats Arbeitslosenstatistik basiert auf den Daten der schwedischen Arbeitsvermittlung sowie des dänischen Zentralregisters für Arbeitsmarktstatistik CRAM. Im Vergleich zu den nationalen Datenbanken wurde der Berichtszeitraum auf einen Durchschnittswert während der dritten Woche eines jeden Berichtmonats geändert. Die harmonisierte Statistik ist eine Monatsstatistik und zeigt die Zahl der in der Öresundregion wohnhaften Arbeitslosen im Alter von 18-64 Jahren.

Im Gegensatz zur dänischen registerbasierten Arbeitsmarktstatistik wird die Arbeitskraft in der schwedischen nicht als Variable verwendet. Daher wird die relative Arbeitslosigkeit im Verhältnis zur Bevölkerung im Alter von 18-64 Jahren wiedergegeben. 

Im dritten Quartal 2010 waren durchschnittlich etwa 73.300 Personen in der Öresundregion insgesamt arbeitslos gemeldet, dies entspricht einer Arbeitslosigkeit von 3,2 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 18-64 Jahren. In den letzten fünf Jahren (d. h. zwischen dem dritten Quartal 2005 und 2010) ging die Arbeitslosigkeit um 20.400 Personen oder 21,7 Prozent zurück. Dabei handelte es sich jedoch um keine kontinuierliche Entwicklung. Während des ersten Teils der Berichtsperiode nahm die Arbeitslosigkeit ab und erreichte ihren Tiefpunkt zur Halbjahreswende 2008, bevor der Trend sehr schnell nach oben wendete.
Auf die beiden Regionenbereiche verteilt, waren im dritten Quartal 2010 56,0 Prozent (41.100) der Arbeitslosen in der Öresundregion im dänischen Seeland wohnhaft und 44,0 Prozent (32.300) im schwedischen Schonen. Über die gesamte Fünfjahresperiode (September 2005 und 2010) gesehen hat die Arbeitslosigkeit in beiden Teilen der Region abgenommen, dabei ist die Verbesserung  in einem eindeutig schnelleren Takt auf der dänischen Seite erfolgt. Für diese Periode wird eine Abnahme der Arbeitslosigkeit von 3,8 Prozent auf 2,6 Prozent im dänischen Seeland (dies entspricht einer Abnahmerate von 30,1 Prozent) und von 4,9 Prozent auf 4,3 Prozent im schwedischen Schonen (entsprechend einer Abnahmerate von 7,8 Prozent) angenommen. 

 

Arbeitslosigkeit in Prozent der Bevölkerung. Entwicklung (Trend) von Sept. 05 – Sept. 10
 Arbeitslosigkeit in Prozent der Bevölkerung. Entwicklung (Trend) von Sept. 05 – Sept. 10
Quelle: Örestat
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Anzahl Arbeitslose. Entwicklung (Trend) von Sept. 05 – Sept. 10
 Anzahl Arbeitslose. Entwicklung (Trend) von Sept. 05 – Sept. 10
Quelle: Örestat
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Verteilt man die Arbeitslosigkeit nach Altersgruppen, ist das Bild für Seeland (DK) und Schonen (SE) in Bezug auf die verschiedenen Altersgruppen zwischen 25 und 59 Jahren ziemlich ähnlich (s. Diagramm 6). Die Arbeitslosigkeit ist unter den jüngeren Altersgruppen etwas höher und in den älteren Altersgruppen etwas niedriger. Generell haben die Altersgruppen, die auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen, den größten Anteil an Arbeitslosen. Die meisten freien Stellen sind Facharbeiterstellen oder erfordern zumindest eine Berufserfahrung, über die die meisten Arbeitsuchenden, die neu auf dem Arbeitsmarkt sind, nicht verfügen. Die verhältnismäßig niedrige Arbeitslosigkeit unter den Älteren ist darauf zurückzuführen, dass ein Teil der Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt bereits verlässt, noch bevor das Rentenalter erreicht wird, und somit vermeiden, arbeitslos zu werden.
Am größten ist der Unterschied zwischen Seeland (DK) und Schonen (SE) vor allem bei den jüngsten und den ältesten Gruppen. Dieser Unterschied ist u. a. dadurch zu erklären,

  • dass das dänische Lehrlingssystem und andere beschäftigungsfördernde Initiativen für junge Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern.
  • dass das sogenannte Vorruhestandssystem älteren Arbeitnehmern die Möglichkeit gibt, sich bereits vor dem Rentenalter aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen. 

 

Erwerbstätigkeit in der Öresundregion nach Wohnort (Nachtbevölkerung)
Erwerbstätigkeit in der Öresundregion nach Wohnort (Nachtbevölkerung)
Quelle: Örestat
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Zusammenfassung

Bis zum Halbjahreswechsel 2008 war für die Öresundregion ein verhältnismäßig großer Zuwachs bei den Erwerbstätigen zu verzeichnen, was dazu geführt hat, dass die Arbeitslosigkeit vor allem im dänischen Hauptstadtgebiet Tiefstwerte erreichte. Infolge der wirtschaftlichen Krise hat der Arbeitsmarkt in der Öresundregion einen kräftigen Rückgang zwischen dem vierten Quartal 2008 und dem Halbjahreswechsel 2009 durchlaufen. In den Herbstmonaten 2009 ist der dramatische Beschäftigungsrückgang dann in eine etwas gemäßigtere Phase übergegangen. Diese Entwicklung kann damit erklärt werden, dass im schwedischen Teil der Öresundregion 2010 eine deutliche Erholung zu verzeichnen war, während der Trend – wenn auch in gemäßigterem Takt - auf der dänischen Seite weiter nach unten weist.
Auch wenn der Arbeitsmarkt in der Öresundregion den schlimmsten Abwärtstrend hinter sich hat, dominieren jedoch noch immer die düsteren Nachrichten auf dem regionalen Arbeitsmarkt am Öresund, mit einer schwachen Nachfrage nach Arbeitskräften und hohen Arbeitslosenzahlen.

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